Cannabis in der Schmerztherapie

Was versteht man unter medizinischem Cannabis?

Da der Konsum von Cannabis in Österreich illegal ist, dürfen nur synthetisch hergestellte Einzelwirkstoffe der Cannabispflanze verschrieben werden. THC wird mittels hochtechnischer Verfahren aus den Blütenständen des Medizinalhanfs gewonnen und in der Apotheke zu einer Lösung oder zu Kapseln verarbeitet, deshalb verursachen diese Inhaltsstoffe auch nach längerer Anwendung kein Abhängigkeitspotential.

 

Anwendungsgebiete von Cannabis

  • Chronische oder neuropathische Schmerzen 

  • Übelkeit / Erbrechen (z.B. bei Chemotherapie)

  • Appetitlosigkeit bei Therapie mit Opioiden

  • Kachexie

  • Spastizität

 

Wie wird medizinisches Cannabis verabreicht?

Medizinisches Cannabis kann in Form von Tropfen oder als Kapseln eingenommen werden. Tropfen werden am besten auf einem Stück Zucker oder Stück fetthaltigen Nahrungsmittel eingenommen. Mit Wasser oder Tee sollten diese nicht eingenommen werden, da sie nicht wasserlöslich sind.

 

Gibt es Nebenwirkungen?

Gerade zu Beginn der Therapie wird die Dosierung nur sehr langsam gesteigert um Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Schwäche, Benommenheit, Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen und Stimmungsveränderungen zu verringern oder zu verhindern. Einige Nebenwirkungen (wie z.B. Müdigkeit) bessern sich mit längerer Einnahme. Wird die Behandlung wieder beendet, sollten die Tropfen oder Kapseln langsam reduziert werden. 

 

Werden die Kosten für eine solche Behandlungsform von der Krankenkasse übernommen?

Alle Verordnungen für Cannabinoide müssen vom behandelnden Arzt auf einem Suchtgiftrezept ausgestellt werden. Dieses muss anschließend vom Chefarzt der jeweiligen Krankenkasse speziell bewilligt werden. Nur wenn alle anderen medikamentösen Maßnahmen gegen die Erkrankung bereits ausgeschöpft sind, oder starke Nebenwirkungen (wie z.B. Übelkeit) bestehen, werden aktuell die Kosten von der Krankenkasse übernommen.

 

Cannabinoide auf Reisen 

Generell dürfen alle ärztlich verschriebenen Suchtmittel für den Eigenbedarf in andere Länder eingeführt werden. Vor jedem Reiseantritt sollten aber die speziellen Bestimmungen für jedes Land überprüft werden, um Schwierigkeiten bei der Einreise zu vermeiden.

 

Ist Autofahren möglich?

Cannabinoide wirken im zentralen Nervensystem und können dosisabhängig Nebenwirkungen auslösen. Gerade in der Phase der Dosisfindung wird, bis sich der Körper an den Wirkstoff gewöhnt hat, zur Vorsicht geraten. Ebenso muss bei jeder Dosisänderung an mögliche Nebenwirkungen gedacht werden. Bei gleichzeitiger Einnahme anderer auf das Nervensystem wirkender Arzneimittel muss immer individuell die Fahrtüchtigkeit überprüft werden.

 

Unsere Einschätzung

Cannabinoide wurden in der letzten Zeit in den Zeitungen und Büchern extrem forciert, geradezu als Wunderdroge, die als alleiniger Erfolgsbringer den armen Patienten aber bösartig vorenthalten wird, gehypt. Für einzelne Personen mag dies wohl gelten, aber diese Einschätzung können wir auf Basis der aktuell vorliegenden Literatur und aus unserer eigenen Erfahrung nicht teilen. Wir setzten Cannabinoide vereinzelt bei unseren Patienten bei starken Rückenschmerzen und neuropathischen Schmerzen zusätzlich zur bestehenden Therapie ein und haben ganz unterschiedliche Resultate gesehen. Sehr gerne informieren wir Sie über die Einsatzmöglichkeiten von Cannabinoiden in Ihrem individuellen Fall in einem Erstgespräch!

Mo - Fr     13:00 -  18:00 
Sa - So       Geschlossen

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