Schmerzen - Schmerzmedizin

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Akute Schmerzen

 

Das Schmerzsystem im Körper ist eine lebensnotwendige Warn- und Schutzfunktion und sichert unser Überleben. Akute Schmerzen treten meist plötzlich auf und klingen nach Beseitigung der Ursache wieder ab. Entscheidend ist aber, dass deren Ursache rasch behoben wird und die Schmerzen selbst konsequent behandelt werden. Dies kann durch Ruhigstellung, Kühlung, Kompression oder Hochlagern erfolgen, wie es bei einfachen akuten Gelenks- oder Muskelverletzungen empfohlen wird. Dies kann aber auch den Einsatz von Medikamenten notwendig machen.

Wird diesem akuten Schmerz allerdings nicht genügend Aufmerksamkeit geschenkt, auf die Medikamenteneinnahme aus falscher Angst verzichtet oder die Dosis nicht ausreichend gewählt, bleiben Schmerzen bestehen. Damit wächst das Risiko einer Chronifizierung ...

 

Chronische Schmerzen

Bestehen die Schmerzen länger als 3 – 6 Monate besteht die ernsthafte Gefahr, dass der Schmerz die eigentliche ursprünglich so wichtige Warnfunktion verliert und zur eigenständigen Schmerzkrankheit wird. Nervenzellen, die Schmerzreize ins Gehirn weiterleiten, werden für sämtliche Reize viel empfänglicher, bereits leichte Berührungen werden so als schmerzhaft empfunden.

 

Schmerzen nach Nervenschädigungen werden besonders häufig chronisch, weil diese mit herkömmlichen Schmerzmedikamenten nicht ausreichend behandelt werden können.

 

Warum gilt es,  die Entstehung chronischer Schmerzen möglichst zu vermeiden? 

Aus meiner privaten wie beruflichen Erfahrung weiß ich, dass chronische Schmerzen die Lebensqualität massiv reduzieren, sogar die Lebensdauer um bis zu 14 Jahre verkürzen können. Chronische Schmerzen verursachen seelische wie körperliche Leiden. Schlaflosigkeit, soziale Isolation, Depression, Bewegungsarmut, Übergewicht, erhöhte Suchtgefahr für Alkohol, Nikotin und Medikamente sind häufig assoziierte Probleme einer chronischen Schmerzkrankheit.

 

Schlafstörungen als Folge von chronischen Schmerzen

Ein- und Durchschlafstörungen sowie eine verkürzte Schlafdauer reduzieren die so wichtige Erholungs- und Regenerationsfähigkeit von Schmerzpatient:innen. Der gestörte Schlaf-Wach-Rhythmus fördert zusätzlich innere Stresszustände, damit erhöhter Muskelspannung und führt zu ausgeprägter Tagesmüdigkeit oder Depressionen. Aus schmerztherapeutischer Sicht ist die Wiederherstellung eines physiologischen Schlafverhaltens und des gewohnten Tagesrhythmus daher sehr wichtig.

 

Soziale Isolation unbedingt vermeiden

Schmerzpatient:innen wollen im sozialen Umfeld niemandem zur Last fallen und ziehen sich daher oft von ihrem gewohnten Alltag, sozialen Umfeld und Freundeskreis zurück. Auch im beruflichen Umfeld können erhebliche Problemen bis zum Verlust des Arbeitsplatzes entstehen. Betroffene stehen wegen vieler schmerzbedingter Krankenstandstage unter Druck, mögliche Fehlleistungen durch mangelnde Konzentrationsfähigkeit oder Schlafproblemen drohen.

Besonders starke Schmerzen

Gleich, woher besonders starke Schmerzen kommen, ob es "nur" eine quälende Bandscheibe, ein entzündeter Nervenast oder ein Tumorschmerz ist, sie verändern schlagartig unser Leben. Was vorher so wichtig war, tritt schlagartig in den Hintergrund. Hier muss nicht nur schnell, sondern auch effektiv gehandelt werden! Oft führt hier kein Weg an besonders starken Schmerzmedikamenten vorbei. Verantwortungsvoll verschrieben und konsequent eingenommen, helfen sie, die besonders starken Schmerzen wieder soweit zu reduzieren, dass zumindest ein eingeschränktes Leben möglich ist.

Wohingegen die Behandlung einfacher Schmerzen Aufgabe nahezu jeder ärztlichen Fachrichtung ist, braucht die Behandlung besonders starker Schmerzen viel Erfahrung im Umgang mit diesen hochpotenten Medikamenten, weshalb die Schmerzmedizin als Spezialnische ihre Berechtigung hat. 

"Komplexe" Schmerzen

 

Neben chronischen, besonders starken Schmerzen habe ich mich auf "komplexe" Schmerzen spezialisiert, wenn die Dinge nicht so einfach sind, die Ursache nicht so offenkundig ist.

Wenn niemand die Ursache findet ...

Sind sämtliche Untersuchungen weitestgehend unauffällig oder die gefundenen Veränderungen können die Schmerzen nicht ausreichend erklären muss man mitunter tiefer graben. So gibt es eine Reihe angeborener Krankheiten, die die unterschiedlichsten Schmerzsymptome verursachen können. Mein zusätzliches Genetikstudium hat mir diesbezüglich die Augen geöffnet, wovon eventuell gerade Sie profitieren können.

Hinter Schmerzen in unserem Körper können beeindruckend oft aber auch Ängste, Sorgen, depressive Verstimmungen stecken. Um die Schmerzen zu reduzieren, müssen diese erkannt und in weiterer Folge aufgelöst werden. Auch wenn es viele Betroffene nicht für möglich halten oder wahr haben wollen, unsere Seele ist verdammt stark. Schon allein das Ansprechen der Problematik ist ein erster, wichtiger Schritt zu weniger Schmerzen und mehr Lebensqualität. 

Wenn niemand eine Lösung findet ...

Anders gelagert sind die Fälle, bei denen die Schmerzursache klar ist, aber keine der bekannten Standardbehandlungen (medikamentös oder invasiv) helfen. Wieder können genetische Ursachen dahinterstecken, wenn in der Regel gut verträgliche Medikamente nicht gut vertragen werden, schon bei minimaler Dosierung abgebrochen werden muss oder ungewöhnlich starke Nebenwirkungen eintreten. Eine pharmakogenetische Untersuchung gibt Einblick, wie unterschiedliche Medikamente vom Betroffenen abgebaut werden und die laufende Therapie kann dahingehend optimiert werden.

Was dürfen Sie von einer modernen Schmerzmedizin erwarten?

Es ist mir ein echtes Anliegen, dass moderne Schmerzmedizin mehr ist als Infusions- oder Infiltrationskuren und dass die Fälle, in denen man leider (auf Grund von Begleiterkrankungen, vorbestehenden Organschäden etc.) wenig helfen kann, verschwindend gering sind. In der massiven Mehrzahl aller Fälle kann in wenigen Sitzungen eine deutliche Schmerzreduktion erreicht werden.

Viele Patient:innen haben Angst vor einer regelmäßigen Medikamenteneinnahme, den damit verbundenen Nebenwirkungen oder gar einer Abhängigkeit. Im Rahmen unserer Zusammenarbeit werden wir Sie umfassend und ehrlich über realistische Nebenwirkungen aufklären, und Sie entscheiden, welchen Risiken Sie sich aussetzen wollen. In der Regel wird eine individuelle Schmerztherapie gut vertagen, nimmt auf eingeschränkte Organfunktionen Rücksicht und durch richtige Medikamentenwahl kann eine Suchtverhalten weitestgehend ausgeschlossen werden.

 

Unser Ziel ist es, Ihren Schmerz zügig in den Griff zu bekommen! Wir unterstützen Sie dabei, ein gesundes Schlafverhalten, sowie Ihre Bewegungsfähigkeit wiederzuerlangen. So werden Sie sich auf Dauer wieder rundum wohler, ausgeglichener und zufriedener fühlen und Ihr Leben intensiver genießen können.