Schmerzschrittmacher

 

 

Manches Mal stößt selbst die ausgefeilteste medikamentöse Schmerztherapie an ihre Grenzen. Dass hohe Dosierungen von Medikamenten Nebenwirkungen mit sich bringen können, ist Ihnen nicht neu. Mitunter leiden die Patienten aber bereits bei niedriger Dosierung so stark an Nebenwirkungen, dass an eine Ausweitung der medikamentösen Therapie nicht zu denken ist. Diese Nebenwirkungen werden dabei manchmal als belastender beschrieben als die ursprünglichen Schmerzen selbst. So müssen andere (Therapie)Wege gegangen werden.

 

Die Schmerzschrittmacher Therapie bietet chronischen Schmerzpatienten eine vielversprechende Ergänzung zur medikamentösen Therapie

 

Schmerzschrittmacher werden seit mehr als 60 Jahren eingesetzt und wurden laufend weiterentwickelt, sodass Ihnen heute ein ausgereiftes Konzept zur Verfügung steht, das Ihnen maximale Bewegungsfreiheit erlaubt. Die unterschiedlichen Systeme verfügen entweder über einen Akku, der mehr als zehn Jahre sicher durchhalten wird, oder über einen wiederaufladbaren Akku, der bequem über die Haut jeden Abend geladen werden kann. 

 

Eine Schmerzschrittmacher Therapie wird dann überlegt, wenn mit maßgeschneiderter, medikamentöser Therapie und wiederholten Infiltrationen keine ausreichende Schmerzfreiheit erzielt werden kann. Besonders häufig wird der Schmerzschrittmacher bei peripheren neuropathischen Schmerzen und bei chronischen Rückenschmerzen erfolgreich eingesetzt.

 

Wann kann ein Schmerzschrittmacher implantiert werden?

  • periphere neuropathische Schmerzen

  • chronische Rückenschmerzen

  • chronische Beinschmerzen

  • komplexes regionales Schmerzsyndrom (CRPS)

  • Nervenwurzelverletzungen nach Unfällen, Operationen, etc.

  • Nervenschmerzen z.B. Post-Zosterneuralgie nach überstandener Gürtelrose

  • Angina Pectoris (anfallsartige Herzschmerzen bei Herzkranzverengung)

  • periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK)

  • Failed Back Surgery Syndrome (Rückenschmerzen trotz Wirbelsäulenoperation)​

  • Schmerzen nach Amputationen

 

Generelle Kriterien für eine Schmerzschrittmacher Therapie sind:

  • chronische Schmerzen bestehen bereits länger als 3 Monate

  • weder physikalische, noch medikamentöse Maßnahmen brachten die gewünschte Schmerzlinderung

  • evidente, klinische Ursache für die Schmerzen

  • ein chirurgischer Erst- oder Revisionseingriff ist nicht indiziert

  • psychische Stabilität

  • keine laufenden Gerichts- oder Pensionsverfahren keine Kontraindikationen (Infekte, Krebserkrankung im Endstadium, …) für diesen Eingriff

 

Wir freuen uns, Ihnen als eine der wenigen Wahlarztordinationen in Österreich diesen wenig invasiven, aber so hilfreichen Eingriff anbieten zu können.

Welche Systeme können zur Anwendung kommen?

Bei der Neurostimulation mittels Schmerzschrittmacher kommen zwei unterschiedliche Systeme zur Anwendung. Gemeinsam ist ihnen, dass elektrische Impulse Schmerzreize neutralisieren können, noch bevor diese im Gehirn zu Bewusstsein kommen können.

 

Je nachdem, wo die Reizelektroden eingesetzt werden, unterscheidet man Spinal Cord Stimulation (SCS) von Dorsal Root Ganglion Stimulation (DRG). Aktuell sind verschiedene Systeme von unterschiedlichen Herstellern in klinischer Verwendung, welches für Sie das richtige ist, werden wir an Hand Ihrer Beschwerden, Ihres Alters, Ihrer Erwartungen herausfinden.

Das deutlich häufiger eingesetzte System ist das Spinal Cord Stimulation (SCS), bei dem zwei Elektroden direkt rückenmarksnahe verwendet werden. Es eignet sich für Schmerzen, die mehr oder weniger beidseitig auftreten (z.B. chronische Rückenschmerzen). Mit einer Dorsal Root Ganglion Stimulation (DRG) können isolierte Schmerzareale z.B. nach Bauch- oder Knieprothesenoperationen behandelt werden. Dabei werden die Elektroden über den Wirbelkanal zum ersten Ganglion unmittelbar nach dem Rückenmark vorgeschoben.

 

Ablauf für den Schmerzschrittmacher

In einem ausführlichen Beratungsgespräch werden Sie über den Eingriff, dessen Vorteile, aber auch Risiken ausführlich aufgeklärt. Nach erfolgter Einwilligung werden in einem minimalinvasiven Eingriff in Sedierung (Dämmerschlaf) oder leichter Narkose die Elektroden eingebracht. Der Eingriff dauert ca. 30 bis 40 Minuten, kann theoretisch ambulant erfolgen, wobei wir Ihnen eine Nacht im Krankenhaus empfehlen. Die Elektrodenkabel werden für eine Testphase an der Flanke aus dem Körper geleitet und mit einem Probeschrittmacher verbunden.

 

Kommen Sie während der Testphase mit den Elektroden nicht zurecht oder profitieren weniger als erhofft, werden die Elektroden in Lokalanästhesie oder Dämmerschlaf problemlos wieder entfernt, zurück bleiben zwei kleine Narben. Verläuft die ca. zweiwöchige Testphase positiv im Sinne einer deutlichen Schmerzreduktion - wie bei 80 % aller Patienten -, wird das definitive System in einem zweiten, kleineren Eingriff ebenfalls in Lokalanästhesie oder Dämmerschlaf im Bereich der Flanke implantiert. Danach wird der Schrittmacher entsprechend Ihrer Bedürfnisse angepasst und programmiert. Bis zur vollständigen Wundheilung und Einheilung des Schmerzschrittmachers dauert es 2 - 6 Wochen.

 

Die Materialkosten für eine Schmerzschrittmacher Therapie sind mit über €20.000 kostspielig, werden jedoch von den öffentlichen Krankenkassen übernommen. Sehr gerne erstellen wir für Sie einen individuellen Kostenvoranschlag für Krankenhausaufenthalt wie Arzthonorar.

 

Ziel der Schmerzschrittmacher Therapie ist es, Ihnen wieder ein möglichst schmerzfreies und uneingeschränktes Leben bei deutlich reduziertem Schmerzmittelbedarf zu ermöglichen.

 

Leben.Ohne Schmerz.

Mo - Fr     13:00 -  18:00 
Sa - So       Geschlossen

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